Tomatenketchup – geschüttelt, nicht gerührt

Som­mer­zeit — Grill­zeit! Und ge­ra­de hat man sich spon­tan ent­schlos­sen den Grill an­zu­wer­fen, da stellt man – oh Schreck! – fest, daß kein Ketch­up mehr im Kühl­schrank ist.
Ich hat­te ja schon ein­mal ein Re­zept auf­ge­schrie­ben, aber der Ketch­up mußte ge­kocht wer­den. Heißer Ketch­up ist al­ler­dings nicht je­der­manns Sa­che, so daß sich das Re­zept für die spon­ta­ne Zu­be­rei­tung nicht eig­net.
Trotz­dem dient das Re­zept wei­ter­hin als Grund­la­ge: Auf einen Teil pas­sier­te To­ma­ten kom­men zusätz­lich 25% Es­sig, 10% Zu­cker, 2,5% Salz und Kräuter und Gewürze nach Be­lie­ben.
Der Ketch­up muß auch in die­sem Fall et­was an­ge­dickt wer­den. Beim Kalt­anrühren kann aber kei­ne Stärke ver­wen­den wer­den, da die­se be­kannt­lich erst beim Auf­ko­chen bin­det. Aus die­sem Grun­de ha­be ich mich für Jo­han­nes­brot­kern­mehl ent­schie­den. Auf 100g pas­sier­te To­ma­ten kom­men 0,5g Jo­han­nis­brot­kern­mehl. An­de­re mo­der­ne Bin­de­mit­tel wie et­wa Xan­tan, Guar­kern­mehl oder ähn­li­ches düften aber auch funk­tio­nie­ren. Die da­von benötig­ten Men­gen kann ich lei­der an­ge­ben, da ich es selbst nicht aus­pro­biert ha­be.
In kon­kre­ten Zah­len sieht ein Re­zept für 550g ein­fa­chen To­ma­ten­ketch­up dann so aus.

  • 400g pas­sier­te To­ma­ten (= 1 Do­se)
  • 100g Tafeles­sig
  • 40g Zu­cker
  • 10g Salz
  • 2g Jo­han­nis­brot­kern­mehl
  • Gewürze, Kräuter

Die Zu­be­rei­tung ist denk­bar ein­fach: Das Jo­han­nis­brot­kern­mehl soll­te vor­her gut mit dem Salz und Zu­cker und al­len an­de­ren tro­ckenen Zuta­ten ver­mi­schen, da­mit sich später kei­ne Klum­pen bil­den. Dann schüttet man al­le Zuta­ten in ei­ne al­te, ge­rei­nig­te Ketchupfla­sche, schüttelt al­les kräftig und sehr gut durch und stellt es für gut 15 Mi­nu­ten in den Kühl­schrank, da das Jo­han­nis­brot­kern­mehl ei­ni­ge Zeit braucht, um zu Quel­len und zu bin­den. Da­nach noch­mals durchschütteln und fer­tig ist der Ketch­up. Soll­te der Ketch­up, was je nach Her­stel­ler und Kon­sis­tenz der To­ma­ten der Fall sein kann, zu flüssig sein, so kann man auch nachträglich noch et­was Jo­han­nis­brot­kern­mehl hin­zuschütte(l)n.
Zum Würzen kann man sei­ner Phan­ta­sie frei­en Lauf las­sen. Einen Eßlöffel Cur­ry hin­zu­ge­ge­ben er­gibt einen schönen Cur­ry­ketch­up; mit Chi­li­pul­ver erhält man einen schar­fen Ketch­up. Man kann auch fri­sche, fein ge­schnit­te­ne Kräuter wie Pe­ter­si­lie oder Ba­si­li­kum oder sons­ti­ges hin­zu­ge­ben.
Da der Ketch­up dies­mal nicht er­hitzt wird, ist die Halt­bar­keit natürlich nicht so hoch, wie bei er­hitz­tem und da­durch ste­ri­li­sier­tem Ketch­up. Es ist al­so rat­sam klei­ne Men­gen an­zurühren, die schnell ver­braucht wer­den!

Gu­ten Ap­pe­tit

Hinweise zu den Zutaten:
Das Jo­han­nis­brot­kern­mehl be­kommt man in der Apo­the­ke und zahlt dann auch Apo­the­ken­prei­se. Im In­ter­net ge­kauft ist es deut­lich preis­wer­ter. Aber selbst wenn man es in der Apo­the­ke kauft und für 125g z.B. rund 12,- Eu­ro be­zahlt, so soll­te man be­den­ken, daß man nur sehr we­nig benötigt. Ei­ne Pa­ckung mit 125g ist aus­rei­chend, um rund 34kg Ketch­up her­zu­stel­len.
Bei den pas­sier­ten To­ma­ten be­vor­zu­ge ich der­zeit je­ne der Fir­ma „Mut­ti“ aus der Glas­fla­sche. Die­se sind zwar deut­lich teu­rer als No-Na­me­pro­duk­te, doch sind sie durch ih­ren fruch­ti­gen Ge­schmack und die schöne Kon­sis­tenz ih­ren Preis wert. Preis­wert wird der Ketch­up dann natürlich nicht.